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Ölheizung mit Solarthermie

Moderne Ölheizungen gehören zu den effezientesten Heizsystemen. In Kombination mit einer Solaranlage lassen sich zusätzliche Heizkosten sparen, und zudem die Umwelt schonen. Im folgenden Ratgeber erläuten wir Funktion, Vorteile, Nutzung, Amortisation sowie die staatlichen Förderungsmöglichkeiten der Öl-Solarthermie.

Wie funktioniert Solarthermie

Grundsätzlich lässt sich das Prinzip recht einfach anhand eines Beispiels erklären. Wer im Sommer einen Gartenschlauch in der prallen Sonne liegen lässt, kann schon nach wenigen Minuten fühlen, wie stark er sich erwärmt hat. Die schwarzen Kollektoren der Solarheizung machen sich diesen Umstand zunutze, indem sie die Sonnenenergie absorbieren und die daraus gewonnene Wärme durch eine besondere Flüssigkeit – welche im Inneren durch das System fließt – an den Solarspeicher weiterleitet. Der Speicher ist insofern wichtig, als dass man auch am Abend oder während einer Schlechtwetterperiode heizen oder heiß baden kann.

Grafik zur Funktionsweise der Solarthermie

Bei der bereits erwähnten Flüssigkeit handelt es sich um ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz, welches sich bis auf 95 Grad Celsius erhitzen kann und über eine hohe Leitfähigkeit verfügt. Nachdem die Wärmenergie im Speicher – auch Pufferspeicher genannt – zwischengelagert wurde, wird die nun wieder abgekühlte Flüssigkeit zurück in die Kollektoren gepumpt, sodass das Prozedere von vorne beginnen kann. Der Pufferspeicher dient dabei als Batterie, um Sonnenüberschüsse zu kanalisieren und diese bei schlechtem Wetter oder in der Nacht wieder abzurufen. Je nach Sonnenintensität reichen die Vorräte, um ein Haus für mehrere Tage mit Heizung und warmem Wasser zu versorgen.

Nutzungsmöglichkeiten

Eine solarthermische Anlage hat im Prinzip zwei grundlegende Nutzungsmöglichkeiten. Zum einen kann sie der Warmwasserbereitung dienen, zum anderen aber auch als Unterstützung einer Ölheizung fungieren und somit effektiv Brennstoffverbrauch und Kosten senken. In ihrer Funktion sind beide Modelle nahezu identisch, lediglich die benötigte Kollektorfläche ist bei einer reinen Solarthermieanlage zur Warmwassergewinnung deutlich geringer. Soll die solarthermische Anlage in Kombination mit einer Ölheizung arbeiten, muss sie zunächst mit dem bereits bestehenden Heizsystem verbunden werden.

Installation

Um eine Ölheizung mit Solarthermie zu installieren, sind vier wesentliche Schritte erforderlich. Zunächst müssen Kollektoren und Warmwasserspeicher angebracht, anschließend der Wasserkreislauf in Schwung und zuletzt die komplette Heizung in das schon vorhandene System integriert werden.

Schritt 1: Montage der Kollektoren

Bei dem Anbringen der Kollektoren gibt es zwei Varianten. Handelt es sich um ein Schrägdach, muss zunächst eine passende Verankerung mit Stahlhaken an den Dachsparren montiert werden, auf der dann die Kollektoren sitzen. Bei Flachdächern hingegen kommt ein entsprechendes Gerüst zum Einsatz, auf dem die einzelnen Zellen angebracht werden. Wichtig ist dabei einerseits, dass die Statik des Daches auf das hinzukommende Gewicht ausgelegt ist, andererseits, dass zwischen Dachfläche und Kollektoren mindestens 6 Zentimeter Raum gelassen wird.

Schritt 2: Anbringung des Warmwasserspeichers

Bei der Montage des Warmwasserspeichers gilt es zu beachten, dass die Leitungen nicht unnötig lang verlegt werden und man gleichzeitig eine gute Sicht auf das Speicherthermometer hat.

Schritt 3: Rohre für Wasserkreislauf installieren

Im nächsten Schritt müssen die Rohre für den Solarkreislauf installiert werden. Hinzu kommen Umwälzpumpe sowie Armaturen, die nahe dem Speicher an einer Wand angebracht werden sollten.

Schritt 4: Anlage wird an Heizsystem angeschlossen

Nach erfolgreicher Initialisierung des Solarkreislaufes wird die neue Anlage an das bereits vorhandene Heizungssystem angeschlossen. Zuletzt gilt es, die Steuerungselemente für einen reibungslosen Ablauf korrekt zu montieren.

Energie sparen und Umwelt

Die Vorteile einer Ölheizung mit Solarthermie liegen auf der Hand. In erster Linie kann damit eine Wärmekostenreduktion in Höhe von etwa 50-60 Prozent erreicht werden. Davon entfallen alleine circa 25 Prozent auf die Solaranlage, der Rest auf den Kauf eines neuen Brennwertkessels, der mit Anschaffung einer solchen Kombinationsheizung einhergeht. Weitere Zahlen sollen die Ersparnis deutlich machen:

Warmwasserverbrauch, Wertsteigerung und Umweltschutz

Entscheidet sich ein 4-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus für diese Investition, kann sie bei einer vereinbarten Laufzeit von 25 Jahren 14.000 Euro sowie 30 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich mit einer herkömmlichen Heizungsanlage einsparen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Wertsteigerung der eigenen Immobilie, die unweigerlich mit der Installation einer kombinierten Heizungsanlage einhergeht. Die Betriebskosten dagegen sind nur marginal. Schaut man sich auch einmal den durchschnittlichen Warmwasserverbrauch dieser 4-köpfigen Familie an, so kann eine Solaranlage selbst in Deutschland mit seiner sehr unregelmäßigen Sonneneinstrahlung etwa 60 Prozent des jährlichen Bedarfs decken. Im Sommer kann dieser Wert auf bis zu 100 Prozent ansteigen, und umfasst dabei sowohl das Duschwasser als auch die entsprechend benötigten Mengen für Wasch- oder Spülmaschine.

Finanzierung und Amortisation

Finanzielle Amortisation der Solarthermie

Um die Rentabilität einer Ölheizung mit Solarthermie zu ermitteln, müssen Anschaffungskosten, Nutzungsdauer und Wärmeertrag gegengerechnet werden. Je größer und teurer die Anlage, desto mehr Zeit vergeht, bis sie sich sowohl finanziell als auch aus energetischer Sicht lohnt.

Finanzielle Amortisation

Dient die Solarthermieanlage – in Kombination mit einer Ölheizung – vor allem der Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung, hat sich die Anlage nach etwa 10-14 Jahren amortisiert. Voraussetzung dafür ist eine Mindestbetriebszeit von 20-25 Jahren sowie eine durchschnittlich große Kollektorfläche. Pro Quadratmeter kann mit etwa 90-150 Euro Kosten kalkuliert werden. Bleiben die Zinssätze einigermaßen stabil und greift man zudem auf die Möglichkeit einer staatlichen Förderung zurück, ergeben sich so Preise zwischen 2,5 und 4 Cent pro Kilowatt.

Energetische Amortisation

Diese dient vor allem dem ökologischen Zweck. Beschrieben wird dabei der Zeitpunkt, ab welchem die Anlage mehr Energie fördert, als ihre Produktion gekostet hat. Eine Ölheizung mit Solarthermie benötigt hierfür nur etwa 2-4 Jahre, was einen sehr guten Wert hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit bedeutet.

Staatliche Förderung

Staatliche Förderung solarthermischer Anlagen

Eine Ölheizung mit Solarthermie erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da die Entscheidung zu einer solchen Anlage mit unterschiedlichen staatlichen Förderprogrammen belohnt wird. Zu nennen sind hier vor allem die Bafa und die KfW. Grundsätzlich muss an dieser Stelle jedoch erwähnt werden, dass Förderhilfen nur bei einem der beiden Institute beantragt werden dürfen. Da die Bafa ein höheres Entgelt gewährt, wird sie von den meisten Hausbesitzern bevorzugt. Zudem sind die Auflagen der KfW höher, da diese nur dann einer Förderung zustimmt, wenn die Solarheizung auch wirklich mit einer Öl- oder Gasheizung kombiniert wird.

Bei Ausbau zum Effizienhaus gibt es beide Förderungen

Tatsächlich gibt es jedoch einen Ausnahmefall, bei dem sowohl die Förderungsgelder der Bafa als auch der KfW in Anspruch genommen werden dürfen. Hierbei muss allerdings das gesamte Haus saniert und zu einem sogenannten Effizienzhaus umgebaut werden. In diesem Fall kann man sich zum einen auf eine Förderung der KfW zur Komplettsanierung berufen, zum anderen aber auch die üblichen Gelder der Bafa zur Installierung einer Solarthermieanlage einstreichen.

Die korrekte Antragsstellung

Hier gibt es zwischen den genannten Instituten gravierende Unterschiede. Während die KfW bereits vor Beginn der Umbau- und Montagearbeiten einen entsprechenden Antrag fordert und diesen auch erst genehmigen muss – wobei dies meist in einem Zeitrahmen von 3-6 Wochen geschieht – genügt er der Bafa, die Förderungsnachfrage erst nach bereits erfolgter Inbetriebnahme der Anlage zu Gesicht zu bekommen. Bis zu 6 Monate dürfen hier zwischen Fertigstellung und Fördergeldbeantragung verstreichen. Ein weiterer wichtiger Unterschied existiert in Form des Antragsstellers. Im Fall der Bafa ist der zukünftige Besitzer der Solarthermieheizung für den Antrag verantwortlich, bei der KfW hingegen ein staatlich geprüfter Energieberater, der auch die fachgerechte Montage und Fertigstellung der Anlage überwacht. Dieser schlägt in etwa mit noch einmal 250 Euro zu Buche. Diese Aufgabe übernimmt bei der Bafa ein eigener Techniker, der die Effizienz der Anlage jedoch erst nach Auszahlung der Förderungsgelder in Augenschein nimmt.

Bafa-Förderung

Folgende Zuschüsse können von der Bafa in Anspruch genommen werden:

  • 90 Euro pro angefangenen Quadratmeter, wenn die Gesamtfläche der Kollektoren 40 Quadratmeter nicht überschreitet
  • 45 Euro pro angefangenen Quadratmeter, wenn diese Gesamtfläche überschritten wird

Dabei ist zu beachten, dass die Bafa die Zuschussmenge reglementiert und eine Förderhöchstgrenze festgelegt hat.

KfW-Förderung

Folgende Zuschüsse können dagegen von der KfW in Anspruch genommen werden:

  • Kostenübernahme bei der Errichtung der Solarthermie-Anlage in Höhe von 7,5 Prozent / Eigenfinanzierung vorausgesetzt
  • Alternativ Kreditvergabe über maximal 50.000 Euro / Laufzeit 10 Jahre bei einem Zinssatz von einem Prozent

Weiterführende Links zum Thema

  • bafa.de „Staatliche Förderung von Solarthermieanlagen“
  • kfw.de „Staatliche Förderung von Solarthermie“