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Fracking bei ÖL

Schon in 1940er Jahren entwickelten Ingenieure das besondere Förderverfahren. Seit dem Jahr 1949 wird Fracking wirtschaftlich genutzt, jedoch erst seit 2008 in größerem Umfang. Zunächst setzten es die Unternehmen an den üblichen Lagerstätten ein, um die Förderungsdauer zu verlängern. Seitdem die weltweiten Ölvorkommen jedoch immer weiter abnehmen, wird die Fördermethode gezielt an schwer zugänglichen Stellen angewendet.

Was ist Fracking (Definition)?

Beim Fracking bohren Öl- oder Gas fördernde Unternehmen tiefer liegende Gesteinsschichten an, und pressen unter hohem Druck Wasser, Sand und Chemikalien in die Bohrlöcher. Dadurch zerbricht das Gestein, und gibt das im Boden befindliche Erdöl und Erdgas frei. So werden auch schwer zugängliche Vorkommen förderbar. Fracking bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es ist wegen der Wirkung auf die Umwelt umstritten. Der englische Begriff Fracking ist die Kurzfassung von Hydraulic Fracturing, auf Deutsch hydraulische Frakturierung. Der Ausdruck leitet sich von der englischen Vokabel „to fracture“ ab, was zerbrechen oder aufbrechen bedeutet.

Konventionelles und Unkonventionelles Fracking

Es werden zwei Fracking-Methoden unterschieden. Die konventionelle Variante erfolgt in Sandstein, beim unkonventionellen Verfahren wird auch aus anderen Gesteinsarten wie Schiefer, Ton-, Mergel und Kohleflöz gefördert.

Wie funktioniert Öl-Fracking?

Grafik zu Erdöl-Fracking

An der „unkonventionellen“ Förderstelle werden zunächst senkrechte Löcher in das Gestein gebohrt. Anschließend erfolgt das sogenannte Richtbohren, bei dem der Bohrer parallel zu den Gesteinsschichten geführt wird. In die senkrechten und waagerechten Bohrlöcher pressen Maschinen unter hohem Druck von mehreren Hundert Bar ein Gemisch aus etwa 94,5 % Wasser, 5 % Quarzsand oder kleinen Keramikkugeln und 0,5 % Chemikalien. Durch die Wassermischung, die auch als Fracturing Fluid bezeichnet wird, bricht das Gestein auf, und gibt das Ölvorkommen frei. Der beigemischte Sand oder die Keramikkugeln sorgen dafür, dass die entstandenen Risse geöffnet bleiben, nachdem das Wasser wieder abgeflossen ist. Für jeden Untergrund mischen die Fachleute das passende Fracturing Fluid. Die Zusammensetzung der Mischung hängt von den geologischen Gegebenheiten sowie der Beschaffenheit der Förderstelle ab. Das zurückfließende Wasser verbleibt zu 50 % bis 80 % im Boden. Etwa ein Drittel der eingepressten Flüssigkeit tritt innerhalb von 30 Tagen als Rückflusswasser – auf englisch Flowback genannt – an der Oberfläche des Bohrlochs wieder aus. Ein weiterer Teil vermischt sich mit dem geförderten Öl. Im letzten Schritt wird das Öl vom Rückflusswasser getrennt. In den USA ist das Auffangen des Flowback in offenen Becken erlaubt. In Deutschland dürfen nur wasserdichte Behälter für das Produktionswasser eingesetzt werden, um ein Versickern in den Boden zu verhindern. Die Ölfirmen pumpen das Rückflusswasser ab, reinigen es, und bereiten es wieder auf.

Vorteile

Seitdem vor allem die USA Fracking vermehrt einsetzen, ist die weltweite Fördermenge an Erdöl gestiegen. Autofahrer und Haushalte profitieren weltweit von niedrigen Preisen für Benzin und Heizöl. Durch die gestiegenen Fördermengen ist Amerika nicht nur unabhängig von Ölimporten geworden, sondern kann sogar noch Öl am Weltmarkt verkaufen. Da sich der Preis für Rohstoffe wie Erdöl am freien Markt bildet, und durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sorgt das größere Angebot für niedrigere Preise. Außerdem machen sich ölimportierende Länder unabhängiger von den bisherigen Hauptlieferanten, wie z.B. Saudi-Arabien. Hierdurch können die arabischen Staaten den Ölpreis nicht mehr durch eine künstliche Verknappung der Fördermenge hoch halten, sondern müssen sich mit deutlichen niedrigeren Preisen dem Wettbewerb beugen.

Nachteile

Durch Fracking erhöhen sich die Fördermengen an Erdöl, weshalb Verbraucher weiterhin zu günstigen Bedingungen mit Öl heizen, und konventionelles Benzin tanken können. Dies wirkt sich aus technologischer und wirtschaftlicher Sicht negativ auf die Verbreitung erneuerbarer Energien wie z.B. Wind, Wasser und Sonnenenergie aus. Die Energiegewinnung aus diesen natürlichen Ressourcen wird nicht mehr wie geplant weiterentwickelt und ausgebaut, solange die Weltwirtschaft ausreichend mit billigem Öl versorgt ist. In Saudi-Arabien hat der Verfall des Ölpreises eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Noch härter von Krisen betroffen sind kleinere Öl fördernde Staaten deren Staatsfinanzen in besonders hohem Maße von den Devisen-Einnahmen durch den Erdölexport abhängen. So droht dem südamerikanischen Staat Venezuela die Staatspleite. Die Witschaftsleistung Venezuelas ist im Jahr 2015 durch den Verfall des Ölpreises um 5 % geschrumpft. Neben Saudi-Arabien und Venezuela leiden auch die Länder Iran, Irak, Nigeria und Russland unter den niedrigen Ölpreisen.

Kosten und Rentabilität

Die Kosten für Fracking, um ein Barrel Öl zu fördern, hängen von Art und Lage der Förderstelle ab. Die fördernden Unternehmen geben die durchschnittlichen Kosten mit 40,00 USD bis 70,00 USD je Barrel an. Sobald der Preis am Weltmarkt unter die Produktionskosten fällt, arbeitet eine Ölfirma nicht mehr rentabel. Es entstehen finanzielle Verluste. Dies hat bereits dazu geführt, dass viele kleinere Fracking-Firmen in den USA nicht mehr liquide waren, und schließen mussten. Auf der anderen Seite entwickelt sich die Industrie weiter, und die Produktionskosten sinken durch effektivere Technik. Beim so genannten Super-Fracking pumpen die Ölfirmen größere Mengen Sand in das Gestein, um noch tiefer liegende Schichten zu erreichen.

Folgen für die Umwelt

Fracking ist wegen der möglichen Umweltschäden umstritten, und wird sehr kontrovers diskutiert. Im Fracturing Fluid sind verschiedene Chemikalien enthalten, siehe Auflistung unten. Die chemischen Zusätze sorgen dafür, dass die Bohrleitungen nicht rosten, oder durch Bakterien beschädigt werden. Zudem verhindern sie die Ablagerung schwer löslicher Mineralien an der Bohrstelle, und dienen gleichzeitig als Schmierstoffe und Verflüssigungsmittel. Salzsäure wird zur Reinigung des Bohrstrangs eingesetzt. Die Unternehmen geben die exakte Zusammensetzung der chemischen Zusatzstoffe nicht bekannt. Daher können Fachleute die genauen Auswirkungen auf die Umwelt nur abschätzen. Beim Clean Fracking versuchen die Ölförderer, nur Wasser, Stärke und Bauxitsand zu verwenden.

Zu den meistgenutzten chemischen Stoffen beim Fracking zählen:

  • Kaliumchlorid
  • Ammoniumchlorid
  • Isopropanol
  • Zitronensäure
  • Boratsalze
  • Salzsäure
  • Dimethylformamid
  • Glutardialdehyd

Umweltschützer befürchten, dass die Chemikalien das Grundwasser verunreinigen, und in Flüsse, Seen oder Trinkwasserreservoire geraten können. In einigen Gegenden der USA, in denen Fracking eingesetzt wird, kommt Feuer aus dem Wasserhahn, weil sich Gas in den Leitungen befindet. Auch der hohe Wasserverbrauch der beim Hochvolumen-Hydrofracking bei mehr als 10.000 m³ pro Bohrloch liegt, wird häufig kritisiert. Die Bohrungen an den Förderstellen führen zu spürbaren Vibrationen des Bodens, und können in seismologisch auffälligen Gegenden zu einem Erdbeben führen.

Fracking in Deutschland

Konventionelles Fracking in Sandstein wird in Deutschland schon seit vielen Jahren praktiziert. Es unterlag bisher dem Bergrecht. Konventionelles Fracking geht bis zu einer Tiefe von 3.000 Metern, während unkonventionelles Fracking erst unter 3.000 Metern beginnt. Im Juni 2016 hat der deutsche Bundestag ein Fracking-Gesetz verabschiedet, welches unkonventionelles Fracking bis mindestens 2021 verbietet. Lediglich vier Probebohrungen sind deutschlandweit mit Erlaubnis und unter Aufsicht der jeweiligen Bundesländer zu Forschungszwecken erlaubt. Außerdem unterliegt das konventionelle Fracking neben dem Bergrecht zusätzlich dem Wasserrecht, um die Auswirkungen auf die Umwelt besser nachverfolgen zu können. Damit hat Deutschland eines der strengsten Gesetze der Welt. Die Bundesregierung möchte mit dem Gesetz verdeutlichen, dass sie den Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Bürger in den Vordergrund stellt. Ferner fördert Deutschland aktiv die Energiewende zu erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne und Wasserkraft.

Löst es unsere Energieprobleme?

Die Befürworter dieser Fördermethode weisen darauf hin, dass ein Land welches Erdöl durch Fracking fördert, unabhängig von Ölimporten werden kann. Das schont den Staatshaushalt, und ermöglicht niedrigere Preise für Heizöl und Benzin. Andererseits ist bekannt, dass die Erdölvorräte endlich sind. Daher stellt Fracking nur einen Zeitgewinn dar, bis die weltweiten Vorkommen vollständig erschöpft sind. Hinzu kommen die Gefahren für Mensch und Umwelt, welche durch die beigesetzten Chemikalien sowie die Vibrationen im Boden entstehen. Umweltschützer sowie die deutsche Politik bevorzugen daher die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien, um unsere Energieprobleme zu lösen.